
Einige Zeilen über die Gesundheit
Meine Hündinnen
werden nur so viele Würfe haben, wie ihnen, nach meiner Einschätzung,
ganz individuell gut tun - im höchsten Fall 3 Würfe für eine Hündin. Es wird auch in
meiner Zuchtstätte keine 2 Würfe gleichzeitig geben, da die optimale
Entwicklung und Prägung der Welpen dann kaum noch gewährleistet ist.
Meine Zuchthunde
sind CEA frei mit 6 bis 8 Wochen und HD A (Hüftdysplasie) ausgewertet
- wie es bei der Zuchtempfehlung für Körklasse I des Clubs für Britische Hütenhunde
(VDH) vorgeschrieben ist.
Zusätzlich mache ich den Gentest auf CEA (Collie eye
anomaly), da auch, nach dem üblichen, vom CfBrH vorgeschriebenen Augentest
mit 6 Wochen als CEA frei befundete Hunde, trotzdem
noch Träger dieses Defektes sein können. Auch war bei meinen beiden
Würfen je ein Welpe genetisch betroffen, was in einem Fall bei dem
6-Wochen Test garnicht bemerkt wurde. Da die Deckrüden beider Würfe zwar CEA frei,
aber nicht genetisch
getestet waren, war es jedesmal ein "Blindflug" - heute würde ich das
so nicht mehr machen. Inzwischen sind auch viele Deckrüden bei uns genetisch auf
CEA getestet, und wenn ich einen Deckrüden aus dem Ausland nehmen würde,
würde ich im Vorfeld auf diesem Test bestehen.
Auch der Gentest
auf MDR1, den ich bei meinen Zuchthündinnen gemacht habe, und der bei
der Suche nach einem Deckrüden eine wichtige Rolle spielt, liegt
mir besonders am Herzen.
Diese Abkürzung ( MDR1+/+ für frei, +/- für Träger und -/- für
betroffen) - Multi drug resistance - bezeichnet einen Gendefekt. Collies die ihn haben, vertragen
bestimmte Medikamente nicht und können bei entsprechender Dosierung, die
für andere Hunde gut verträglich ist, sogar daran sterben. Dank der
rührigen Pharmaindustrie :-( gibt es immer mehr Medikamente, die in der
Tiermedizin angewandt werden, und Hunden, die von diesem Defekt
betroffen sind schaden. Angefangen bei Parasitenbekämpfungsmitteln über Narkotika,
Krebsmittel und Mittel gegen Durchfallerkrankungen. Aber auch bei
sorgfältiger Beachtung passiert es immer wieder, dass auf diese Weise
ein von diesem Defekt betroffener Collie stirbt. Ich werde deshalb
keinen Wurf mit MDR1 betroffenen Welpen machen. Da hier nur wenige MDR1
freie Hunde sind, muss in einer gewissen Übergangszeit auch mit Hunden
gezüchtet werden, die Träger oder Betroffene dieses Gendefektes sind.
Man kann aber darauf achten, dass keine betroffenen Welpen mehr
gezüchtet werden, was bei dem relativ einfachen (autosomal-rezessiven)
Erbgang dieses Defekts kein Problem sein sollte.
Eine gute Zusammenfassung finden Sie unter :
MDR1 und Genetik
von Dr.Reiner Beuning
Oder auf der Seite
der Universität Gießen
MDR1 Defekt bei Collies
Auf der Seite www.vetmed.uni-giessen.de/pharmtox/mdr1_defekt/arzneistoffe.php kann man auch eine
immer aktuell ergänzte Liste der Medikamente finden, die
für einen MDR1 betroffenen Hund gefährlich sein
können.
Außerdem werden meine Welpen - so weit irgend möglich
bei dem relativ kleinen Genpool unserer Rasse - aus nicht
verwandten Blutlinien stammen, ich bin ein vehementer
Gegner von In-und Linienzucht. Der bekannte Genetiker
Dr.Hellmuth Wachtel hat in Hundezucht 2000
sehr eindrücklich die schlimmen Auswirkungen von In-und
Linienzucht noch nach vielen Generationen beschrieben -
ein sehr empfehlenswertes Buch.
Natürlich kann ich es nicht mehr rückgängig machen, dass auch bei meinen
Hunden oder bei den Deckrüden meiner Hunde in den Ahnentafeln solche
Verpaarungen zu finden sind, aber ich denke bei dem heutigen Stand der
Wissenschaft auf dem Gebiet der Genetik, ist es unverantwortlich diese
Praktiken fortzusetzen. Ich kann mit meinem Gewissen keine andere
Haltung dazu
vereinbaren.
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